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Liebe Freunde des Idsteiner Hexenmarkts,

 

der 14. Idsteiner Hexenmarkt war ein grandioses Fest. Marktleute, Künstler und Veranstalter ließen sich vom angekündigten regenreichen Wochenende nicht schrecken und rüsteten sich am Freitag allen Wetterwidrigkeiten zu trotzen. Am Samstag startete der Markt noch mit leichtem Schneefall, dann hatte der Wettergott ein Einsehen mit den eifrigen Marktleuten und bis auf etwas heftigeren Schneefall in der Nacht, blieben beide Markttage trocken und sogar recht sonnig.

Zahlreiche Gäste aus nah und fern ließen es sich daher nicht nehmen, auf eine Zeitreise zu gehen und für einige Stunden ins Mittelalter einzutauchen. Das historische Fachwerkensemble der Altstadt mit Schloss und Hexenturm bietet dazu ein unvergleichliches Ambiente. Eine Vielzahl ausgewählter Handwerker und Händler boten ihre Waren feil und zeigten ihre besonderen Fähigkeiten. Was gab es da nicht alles zu bestaunen: Ein Glasbläser der aus einem einfachen Glasrohr kleine Kunstwerke entstehen lässt, ein Wippdrechsler, der in mühevoller Arbeit aus Holz wunderschöne nützliche Dinge fertigt, die Färberin, die in ihrem Kessel ganz natürlich Tücher färbt sind hier nur einige Beispiele. Leder- und Tonware, Gewänder und Schmuck wurden feilgeboten. Den Stand der Seifensiederin konnte man schon riechen, bevor man ihn sehen konnte, Zitronenverbene, Rose und diverse Kräuteressenzen vermischten sich zu einem unvergleichlichen Duftpotpouri. Wenige Schritte entfernt dagegen fühlte man sich in den Orient versetzt: Arabischer Mokka mit Kardamon, dazu süße Kuchen mit Pistazien oder Feigen entführte die Marktbesucher in eine ganz andere Welt.

Den musikalischen Rahmen gestaltet wieder einmal Poeta Magica in gewohnt hoher Qualität. In allen Ecken des Markts tauchten diese Musiker auf und nahmen ihre Zuhörer gefangen. Hexenmarkt ohne die Ritterspiele im Schlosshof kann man sich kaum vorstellen. Auch Bogen- und Armbrustschießen konnte man wieder. Die lustigen Geschichten des Kiepenkaspers Uwe Spillmann möchte auch keiner mehr missen. Und nicht zu letzt stellt der Hexenmarktchor der Musikfreunde Idstein, der alte Chorsätze und traditionelles Liedgut zu Gehör bringt und immer wieder an den verschiedensten Plätzen des Marktes für Unterhaltung sorgt, eine besondere Attraktion dar. Die Hexe Walpurga trieb sich auf dem gesamten Marktgelände herum und suchte den direkten Kontakt zu den Besuchern. Erstmals dabei war die Schmetterlingsfee auf Stelzen, die mit ihrer Anmut Groß und Klein in den Bann zog. Ragnar, der Weltenwanderer mit seiner Marionette Plumpaquatsch war auch auf dem Marktgelände unterwegs und fand bei den Besuchern großen Anklang. Unsere Idsteiner Stadthexe Aurelia war natürlich auch wieder zugegen und gab Auskunft zur Historie ihrer Stadt. Zauberer Severinius d.J., versetzte das Publikum mit seinen Vorführungen immer wieder in Staunen und gemeinsam mit Thelonius Dilldapp führte er im Duo Zeitensprung die Gäste auf eine Zeitreise mit Musik und Zauberkunst. Akrobatik und Gaukeley kam auch nicht zu kurz, dafür sorgten Melí und Mélo.

Die veranstaltenden Musikfreunde Idstein e.V. stellten fest: Die Mühen und der große Aufwand haben sich gelohnt: Zwei Tage lang herrschte reges Treiben und grandiose Unterhaltung in dem historischen Zentrum von Idstein. Die Idsteiner Geschäftsleute unterstützten den Markt mit verlängerten Öffnungszeiten am Samstag. Standbesitzer, Gaukler, Besucher und Veranstalter erlebten zwei rundum gelungene Markttage!

Die Geschichte...

Die Überlegung bei den Musikfreunden Idstein e. V., die prächtige, mittelalterliche Altstadt als Kulisse für historische Veranstaltungen zu nutzen und sie so vor allem auswärtigen Besuchern näher zu bringen, reicht zurück in das Jahr 1987.
In diesem Jahr nämlich nahm der Verein am Festzug anlässlich der Feierlichkeiten zur 700. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte teil.
Eine Marschgruppe von 80 Personen fand damals in selbstgeschneiderten Kostümen aus der Zeit des 30jährigen Krieges, die nach authentischen Vorlagen und unter fachkundiger Beratung in Eigenleistung hergestellt waren, den begeisterten Beifall der Zuschauer.
Besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung fand auch der als Teil der Gruppe mitwirkende und eigens für diesen Zweck zusammengestellte Chor mit Vorträgen alter Chorsätze und Madrigale.

Die gesamte Atmosphäre sowie die Begeisterung innerhalb der Vereinsgruppe selbst bedurften nur noch der Anregung und Ermunterung aus Kreisen der Idsteiner Bevölkerung, die Organisation und Ausrichtung eines mittelalterlichen Marktes zu übernehmen, die dann schließlich erstmals im Jahr 1993 zur Ausrichtung des „Idsteiner Hexenmarktes“ führten.

Die von Markt zu Markt steigende Akzeptanz sowohl bei Ausstellern als auch bei den Besuchern, führte zwangsläufig auch zu einer ständig wachsenden Teilnehmerzahl und einer Vergrößerung des Marktbereiches. Dieser Tendenz konnte nur mit einer einhergehenden Verstärkung des „Hexenmarkt-Teams“ durch Freunde, Verwandte und Bekannte aus befreundeten Vereinen begegnet werden, so dass das „Hexenmarkt-Team“ längst zu einer vereinsübergreifenden engagierten Truppe geworden ist.